Schäden durch Starkregen besser vorbeugen
Bau- und Umweltausschuss berät Handlungskonzept
Der Bau- und Umweltausschuss hat am Montag ausführlich die Gefährdungs- und Risikoanalyse sowie das Handlungskonzept zum Starkregenrisikomanagement vorberaten. Auch in der nächsten Gemeinderatssitzung steht das Thema auf der Tagesordnung. Die erarbeiteten Starkregengefahrenkarten werden demnächst auf der städtischen Internetseite veröffentlicht. „Jeder Eigentümer sollte einen Blick in die Unterlagen werfen, um zu sehen, was die Analyse für das eigene Gebäude bedeutet“, appellierte Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez.
Unter dem Eindruck der Katastrophe im Ahrtal, aber auch aufgrund von Starkregenereignissen auf der eigenen Gemarkung, hatte der Gemeinderat vor vier Jahren das Büro BIT Ingenieure mit der Erarbeitung des Starkregenrisikomanagements beauftragt. Daran wirkte eine Projektgruppe mit, zu der Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Feuerwehr, der Stadtwerke und des Umweltschutzamtes des Landratsamtes sowie Ortsvorsteher und Stadtteilbeiratsvorsitzende gehörten. Die Ergebnisse stellte BIT-Mitarbeiterin Lena Döttling nun im Ausschuss vor.
In einem ersten Schritt hatte das Fachbüro die Gefährdungsanalyse erstellt. Diese beschreibt die potenzielle Ausdehnung einer Überflutung, deren Höhe und die Fließgeschwindigkeit. Danach befassten sich die Expertinnen und Experten mit den Gefahren, die ein Starkregenereignis für Leib und Leben und für die Infrastruktur bedeuten kann. In diesem Schritt entstanden auch Starkregenrisikokarten, eine Risikoobjektliste und Risikosteckbriefe. Aus diesen Analysen leitet sich nun ein Handlungskonzept ab, um starkregenbedingte Überflutungsschäden möglichst verhindern oder zumindest verringern zu können.
Kommunale Maßnahmen, die im Starkregenrisikomanagement enthalten sind, können durch das Land Baden-Württemberg gefördert werden. Auf entsprechende Nachfrage von OB Herrera Torrez erklärte Lena Döttling, dass Privatleute sich eigenständig um eine potenzielle Gefährdung ihres Eigentums kümmern müssten. Private Schutzmaßnahmen würden auch nicht mit öffentlichen Mitteln gefördert.
Wie aktuell das Thema ist, machte ein Starkregenereignis vor wenigen Tagen in Kembach deutlich. Obwohl die Regenmenge vergleichsweise gering war, habe sie erhebliche Schäden an zwei Häusern angerichtet und Straßen seien überflutet worden, berichtete Ortsvorsteherin Tanja Bolg. Vorwarnungen habe es nicht gegeben. Deshalb sei es wichtig, dass die gefährdeten Stellen bekannt seien.
Wie Achim Hörner, Leiter des Referats Tiefbau, informierte, soll im Rahmen des Handlungskonzepts ein Alarm- und Einsatzplan für Einsatzkräfte erarbeitet werden, wie er für den Hochwasserfall bereits existiert. Allerdings stehe man da noch ganz am Anfang. Baufachbereichsleiter Armin Dattler ergänzte, dass das Hochwasserrisikomanagement auch bei neu auszuweisenden Baugebieten eine Rolle spielt. Entwässerungssysteme würden so geplant, dass sie größere Regenereignisse bewältigen könnten. Außerdem beschäftige man sich zunehmend mit dem Thema Außengebietsentwässerung. Dabei geht es laut Dattler darum, wie in Flächen, die nicht kanalisiert sind, Wasser abgeleitet werden kann.